15. Mai The Last Journey Silversmith and St. Ives

Am Morgen sind alle schon ausgeflogen, als ich mir Frühstück mache, doch Sam kommt kurz zurück, da sie etwas vergessen hat. Wir begrüßen uns und dann nimmt Sam ihre gekochten Eier und tritt an mich heran und sagt: Patricia, könntest Du bitte versuchen, heute zu Tiffany nicht grob zu sein? Und ich frage, ob es Tiffany nicht gut ginge oder ob etwas passiert sei und sie erklärt, nein es ginge nur darum, dass Tiffany sie heute morgen aufgeregt angesprochen hätte, ob sie (Sam) mir alles richtig erklärt habe und dass ich nicht sofort ausziehen müsste und dass es doch nur darum ginge, dass ich den ganzen Sommer über dort bliebe. Und ich sage, dass ich mir auch Gedanken gemacht hätte, ob ich vielleicht am Vortag zu scharf gewesen sei und wir redeten und mir kommen mal wieder die Tränen – sonst bin ich ja nicht so nahe am Wasser gebaut, doch das große Weinen begann ja schon vor einem Jahr in meinem Urlaub an Belgiens Küste, als Zoras Gesundheitszustand sich zusehends verschlechterte , und mich schmerzlich die Erkenntnis traf, dass ich wohl nun mehr auf sie denn sie auf mich aufpassen müsste.
Wir reden und ich sage ihr, dass mich das traurig macht, dass ihre Schwester und ich nicht so gut miteinander können aber dass das eben vorkommt und Sam drückt mich mal kurz und sagt, es wäre doch schade, wenn ich jetzt einfach fahre, weil ich doch bisher eine gute Zeit dort hatte und das stimmt.
Ich schlage vor, sie solle doch besser mit Tiffany sprechen. Sam hatte ihr wohl auch schon meine zur Zeit schwierige Situation erklärt und richtig erkannt und weitergegeben, dass diese Information vom Vortag einfach ein Tröpfchen zu viel war für mich. Nicht dass mir das nicht ähnlich sähe, dass ich vielleicht eine kleine Spitze werfe, wenn ich eigentlich zutiefst verletzt bin, doch ich hatte nach wie vor das Gefühl, dass am Vortag nicht wirklich mit offenen Karten gespielt worden war.Und da ich oft ein Gespür für die verborgenen Dinge habe, die Menschen nicht gern preisgeben, blieb ich innerlich dabei. Es wäre für mich völlig ok gewesen, wenn sie es wegen des Geldes lieber an Airbnb Gäste vermieten; ganz ehrlich könnten sie, wenn sie es für die Restaurierung und Reparatur des Hauses nutzen würden, Hunderte von Gästen gut gebrauchen. Doch selbst wenn sie es für etwas anderes verwendeten, wäre es mir egal.
Es geht mir nur um Ehrlichkeit und dass es nicht so ein Gefühl des hinterm Rücken ist, doch es ist vielleicht nicht jedermanns Sache, so offen wie ich zu sein, auch das habe ich inzwischen begriffen, wenngleich ich oft nicht nachvollziehen kann, weshalb anderen Menschen ihre ursprünglichen Motivationen nicht so klar sind wie ich es selbst oft bei mir erkennen kann. So wie ich gestern schon dachte, hoffentlich ist es kein Stellvertreterdrama, das ich innerlich und irgendwie dann auch ein bißchen im Außen austrage und so dann eben auf meiner Pilgerstrecke -so nenne ich das manchmal bei mir, wenn ich die Trauer ablaufe – meine innersten Bewegungen nach außen tragen konnte .
Als Sam das Haus verließ, muss ich trotzdem laut auflachen bei der Erinnerung, dass sie mich bittet, zu ihrer Schwester nicht grob zu sein – ich fand, ich hatte auch so eine Schwester verdient, die Tiffany sagt, dass sie etwas netter sein sollte.

Ich mache ich also auf den Weg zu Chris, denn heute ist der große Tag: ein kleiner Teil Zoras Asche soll in den Ring gefüllt werden. Wie aufregend! Ich halte eine Art Zwiesprache mit ihr und ich glaube, sie ist mal wieder recht entspannt und denkt sich, was diese ganze Angelegenheit wohl soll, doch sie fühlt sich wohl, habe ich das Gefühl als wir auf dem Weg sind.
Auch als ich sie bei Chris auf den Tisch stelle, habe ich ein gutes Gefühl und finde alles stimmig. Ich erzähle ein wenig von den kleinen Differenzen und meiner Bewerbung und Chris bietet mir sofort ihr kleines Cottage um selben Preis an wie ich mein Zimmer hier gemietet habe. Wie lieb und ich muss sie umarmen. Natürlich sehe ich auch, dass es zur Zeit eh nicht vermietet ist und dass die Lage strategisch ungünstig ist, um beispielsweise durchfahrende Urlauber anzuziehen. Aber ich weiss auch, dass sie es nicht wirklich nötig haben, dass sie gut versorgt sind. Und ich bin sehr dankbar für das freibleibende Angebot.
Wir machen uns an den Ring; dieser ist wunderschön aber sehr wuchtig geworden und leider auch zu groß. Doch das ist wirklich meine Schuld, denn ich habe sie überredet, ihn größer zu machen, nachdem ich den „Rohentwurf“ anprobiert hatte. Und so muss sie ihn aufsägen und ihn kleiner machen. Ich entschuldige mich, sie entschuldigt sich. Sie zeigt mir noch das Cottage und sagte, dass sie es noch putzen müsste und ich lehne das dankend ab und es geht eine Weile hin und her, bis ich sie überzeugt habe, dass ich es lieber selbst putzen würde, weil mich das immer gedanklich etwas befreit. Und sie überlässt es mir, ob ich dort einziehe oder nicht. ich finde das alles sehr großzügig und bedanke mich abermals und mach mich auf den Weg zum Poetry Slam nach St. Ives und versprechen gegen 18h wiederzukommen und die Ringfüllung mit ihr zusammen zu machen.

Auf dem Weg nach St.Ives nehme ich einen Umweg über St.Just, einem Anfang des 19. Jh den seinerzeit umliegenden Bergbauminen als Ballungszentrum dienenden Ort etwas oberhalb von Lands End und mehr oder weniger auf gleicher Höhe mit Cape Cornwall, das früher als westlichster Punkt auf der Landkarte galt und das einzige Kap, an dem zwei Ozeane aufeinandertreffen.
Es ist ein schöner kleiner Ort und ich fahre nur einmal kurz durch und beschließe, mir dafür mehr Zeit zu nehmen und an einem anderen Tag wiederzukommen. Die Strecke nach St. Ives führt an der Küste entlang und ich komme an alten Minen vorbei. Mir wird klar, dass ich die kürzere Strecke nehmen muss über Penzance, da ich es ansonsten keinesfalls zum Poetry Slam schaffen werde und so biege ich ab und bin etwa 20 Minuten später auf einem Parkplatz in St. Ives, der mir entsetzlich weit vom Geschehen weg erscheint. Und so frage ich ein Ehepaar, das gerade ins Auto steigt und einen Plan in Händen hält, ob sie wüssten, wo das Norwegerviertel sei. Sie wissen es nicht genau aber vermuten, es sei auf der anderen Seite in der Nähe von der Tate St.Ives. Und ich müsste den Hügel runter und wieder hinauf und ich könnte aber auch einen der Busse nehmen. Das erscheint mir alles zu knapp in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit und so frage ich zwei junge Männer nach einem Parkplatz näher am Zentrum und sie empfehlen mir die Trainstation und ich erinnere mich, dass ich vor zwei Tagen , als ich mit der Küsteneisenbahn gekommen bin über einen großen Parkplatz gelaufen bin.Ich bedanke mich und fahre wieder los in Richtung Town Centre und entdecke dort auch gleich einen versteckten Parkplatz und finde tatsächlich auch noch einen freien Platz. Das Wetter ist traumhaft und so eilen Menschenmengen in das Künstlerparadies und die Parkplätze sind an den bekannten Plätzen regelrecht überlastet, dafür an anderen Stellen vergleichsweise leer.
Es braucht eine Weile, bis ich jemanden finde, der mir wirklich den richtigen Weg weisen kann. Doch dann nach dem dritten Anlauf beim Visitor’s shop der Tates Gallery St.Ives finde ich endlich den Norway Square und auch die Poeten vor Ort Ort. Es ist ein lauschiger kleiner Platz zwischen den Häusern, im Rücken finde ich die St.Ives School of Painting und vor mir eine Gallery, die Artists United of St. Ives oder ähnliches. In der Mitte also ein kleiner quadratischer Platz von kleinen Bäumen und Blumenkästen umsäumt und dort stehen einige Reihen mit Stühlen und ich sehe eine Frau mit langen grauen Haaren, einem weiten orangefarbenen Hemd d sie wirkt ein wenig wie jemand aus der Studentenbewegung aus den 1968ern. Das ist mir sympathisch, denn bis auf die Touristen, die ich an dem Staunen vor den Schaufenstern und in den Gassen zu erkennen meine oder weil sie wie ich eine Kamera um den Hals tragen, sind hier eigentlich die meisten sehr lässig gekleidet – eine Künstlerstädtchen eben.
Da sehe ich auch Bob Devereaux, den Veranstalter des jährlichen Literaturfestivals in St. Ives. Ich traf ihn schon vor zwei Tagen im St.Ives Arts Club und er rezitierte mir einige seiner Kunstwerke und erklärte mir deren Hintergründe. Er ist so voller Freude und Stolz auf dieses kleine Festival, das er mich im Vorbeigehen gar nicht bemerkt, doch das ist nicht schlimm. Er hatte mir vorgestern schon so viel über St.Ives und die Geschichte der Künstler erzählt und das war sehr sehr spannend – doch das krieg ich nicht mehr alles zusammen., denn es führte bis Ende des 19. Jh zurück und dauerte mindestens zwei Stunden.
Die Autoren scheinen sich aus Amateuren und bekannteren Dichtern und Autoren zusammenzusetzen. Es ist ein wahrer Genuss, manchen zu lauschen, die Betonung im Englischen ist irgendwie ähnlich doch auch wieder ganz anders. Man könnte sagen, es ist als zögen sie ihrer Intonation mit weichen Bleistiften klare Linien und auch Kurven, doch alles wirkt glasklar und dennoch zart und berührend.
Das Gedicht einer blonden Frau weit in ihren Fünfzigern berührt mich besonders. Sie beginnt damit, dass es eine wahre Geschichte ist und dann spricht sie von der Bucht in Sennen, über der ich letzte Woche auch gesessen und bitterlich um Zora weinte, und sie erzählt vom Meer und von den Wellen und der Kraft und wie sich sich hineinstürzt und taucht und wie plötzlich die Delfine um sie herum schwimmen und tanzen, als hörten sie Musik, die sie nicht wahrnehmen kann. Und wie sie das erzählt und in Worte kleidet, ist so wunderschön, das ich eine Gänsehaut bekomme.
Zwischen den Dichtern spielt immer jemand Gitarre und singt oder ein Duo tritt nach vorne, das Klarinette und Ukulele spielt und singt. Es ist alles sehr entspannt, sehr freundlich und wohlwollend und die Sonne scheint dazu. Ich fühle mich wohl und bin erneut dankbar, dabei sein zu können.

Die kleine Veranstaltung neigt sich schon etwas dem Ende zu, als ich das Bedürfnis verspüre, mir die St.Ives School of Painting genauer anzusehen. Ich gehe hinein und sehe, dass sie eine kleine Stelle offen haben und dass sie Leute suchen für geführte Touren durch St.Ives. Da ist ein kleines Büro und ich gehe einfach durch die Tür daneben und nach oben zu den Ateliers, wie ich herausfinde. Schon immer hab ich es genossen, in Ateliers herumzustöbern, einfach den Geruch der Kreativität und Weite wahrzunehmen, der Farben und das Licht in den Räumen aufzusaugen. Wie oft habe ich mir gewünscht, malen zu können und habe mich nie getraut. Erst vor gut dreieinhalb Jahren führten mich günstige Umstände zu der Entdeckung, dass das Arbeiten mit Farben viel ursprünglicher, näher an den Gefühlen dran als viele meiner Worte, mithilfe derer ich seit meinem 13. Lebensjahr immer wieder versucht hatte, Bilder mit Worten zu malen.
Was ich mache, würde ich jedoch nicht malen nennen, sondern eher experimentieren mit Farben und das mache ich eher selten, doch es bringt mich stets zu einer tiefen inneren Ruhe.
Ich hatte großes Glück, eine befreundete Grafikerin zu treffen, die mich darin bestärkt und mich sehr unterstützt hat d mich mit Farben und Pinseln,Leinwänden,Papier, Kartons – kurz sämtlichen Utensilien ausgestattet hat, die man dafür so braucht, um sich mal auszuprobieren.

Das Atelier zu meiner Rechten ist leer und ich trau mich nicht wirklich, es in Ruhe zu inspizieren. Es ist ein mittelgroßer Raum ganz in weiss und mit Fenstern, die einen unmittelbaren Blick aufs Meer gewähren. Wieder so ein Moment, in dem ich das Gefühl habe, Generationen von Malern in diesem Raum zu spüren, die von dieser Aussicht inspiriert worden sind.

Zu meiner Linken findet sich ein Atelier mit ein paar Leuten darin, die an Leinwänden oder an Tischen konzentriert und in Stille arbeiten und ich möchte mich am liebsten dazu setzen und auch mit Farben etwas machen, mich ausdrücken, genießen und zur Ruhe kommen. Doch es ist ein Kurs, wie mir eine dr Anwesenden mit starkem deutschen Akzent auf englisch erklärt und ich könnte unten im Büro mal nachfragen. Einige Momente später tue ich genau das und die Lady im Office erklärt mir, dass man als Kursteilnehmer alles nutzen darf und dass am Montag ein Kurs startet, der irgendwie draußen stattfindet und experimentiert in der Natur und als ich sage, ich wüsste nicht, ob ich mir das zutraue, ermuntert sie mich. Die Kurse scheinen mir mit mindestens 240£ nicht preiswert zu sein, andererseits habe ich keinen wirklichen Vergleich und wenn ich an die Materialkosten denke und an das Honorar für den Lehrer ist es vielleicht doch nicht so viel. Ich rechne die Preise häufig in Übernachtungen um und überlege, bevor ich das Geld ausgebe, wie viele Übernachtungen ich damit vergeuden könnte, die ich lieber hier verbringen würde. Darüberhinaus hängt es natürlich sehr vom Wetter ab, doch es ließe sich wohl nötigenfalls auch spontan einrichten, soweit ich es richtig verstehe.
Ich verlasse die St.Ives School und gehe nochmal über die kleine Straße zum Norway Square, wo eine andere sympathische Frau gerade ihr Gedicht vorträgt. Das macht sie ganz wunderbar und sie ist so aufgeregt, dass das Papier in ihren Händen mit ihnen gemeinsam zittert und das rührt mich so sehr, dass ich mich kaum auf das gesprochene Wort konzentrieren kann. Sie bekommt einen ebenfalls wohlwollenden Applaus und Bob lädt noch einmal zum anschließenden Cafe auf der anderen Seite im Arts Club ein. Doch ich bekomme Hunger und so mache ich mich auf den Weg in Richtung town centre und halte Ausschau nach Leckereien.
Ich finde mein Feinkostgeschäft von vergangener Woche wieder und so kaufe ich dort wieder das letzte Vollkornbrot und nehme noch ein Stück Walnusskuchen dazu. Weiter unten am Strand tummeln sich die Touristen, sitzen in Cafes und da low tide (Ebbe) ist, kann man wunderbar am Strand entlang laufen und sich die vorübergehend gestrandeten Boote ansehen.

Die Sonne scheint, es ist herrlich warm und einige Menschen liegen am Strand, lesen, plaudern oder sonnen sich und scheinen infolge der leichten erfrischen Meeresbrise nicht zu bemerken, dass ihre Haut schon stark gerötet ist von der Sonne. Ich entferne mich weiter vom Trubel der umliegenden Cafes und klettere an einer Leiter über die Brücke und gehe auf die andere Seite, wo es zwar etwas windiger, dafür jedoch menschenleerer ist. Das herrliche klare blaugrüne Wasser lädt mich ein, meine Füße darin zu baden und so ziehe ich meine Schuhe aus und kremple die Hosenbeine hoch und geh schnurstracks ins kalte Wasser bis zu den Knien. Die Sonne meint es so gut, da ist es egal, dass die Jeans trotzdem nass wird und ich suche mir ein stilleres geschützteres Plätzchen und lege mich auf meine Weste und meinen Rucksack und genieße das Treiben der Wellen und des leichten Windes und falle in einen leichten Dämmerschlaf, so gleichmäßig und beruhigend sind all diese Geräusche für mich. Ich erinnere mich an die Ostsee mit Zora und Kathrin und wie mich jedesmal als erstes hingelegt und diese tiefe Entspannung gespürt habe und gleichsam in einen Dämmerschlaf versank, während Zora und Kathrin spielten. Und ich bin ein bißchen traurig wegen Zora, ein Mann ist gleich neben mir mit seinen Hunden am Strand und spielt mit ihnen und sie kläffen. Ich blinzle mit den Augen, um sie zu sehen und freue mich an dem Spaß, den sie haben, ins Wasser zu springen und Phantomsteinen nachzujagen.
Ich mache die Augen wieder zu und lausche dem immer näher kommendem Wasser und erkenne, dass mein Pläuschchen am Wasser gleich beendet ist, wenn ich nicht nass werden möchte. Ich erinnere mich, wie ich einmal nach Hamburg fuhr und mit Zora direkt an die Elbe ging und mich dort ebenfalls hinlegte in den Sand und Zora spielte und ich tatsächlich einschlief und erst von den Wellen, die nach und nach zurückkamen und mich umspülten geweckt wurde.

ich gehe nochmal durch town centre und besorge ein paar Kleinigkeiten und sehe die fortgeschrittene Zeit und eile zurück zum Auto. Das Parkticket ist schon abgelaufen und ich habe noch einen Besichtigungstermin für ein möbliertes Zimmer für den Fall, dass ich tatsächlich länger hierbleiben könnte.

ich habe nur eine Postleitzahl und nur den Namen von dem Cottage, das sie bewohnen.Jen und ihr Mann leben in Hendra Cottage in einer Art Wohnpark in der Nähe von Penzance aber es ist etwas anders als wir es in Deutschland kennen. Man stelle sich ein von bepflanzten Mauern umwachsenes Gelände vor, das eigentlich den Eindruck macht, als würde man die Zufahrt zu einem herrschaftlichen Landsitz hinauffahren. Vielleicht war es das früher auch einmal so. Vereinzelt stehen umsäumt von riesigen alten Bäumen und Wiesen mit Langgras alte stone cottages, das sind diese typischen alten englischen Häuser, die aus riesigen Steinen gebaut wurden, die aussehen,als wären sie mit Stroh vermengt. Nach etwa 100 Metern finde ich Hendra Cottage und sehe Jen und ihren Mann imm Garten werkeln. Ein nettes Ehepaar in ihren Fünfzigern, wir begrüßen uns und sie zeigt mir das Haus. Es ist alles sehr eng und im Vergleich zu meinem Standort in Porthcurno eher eng und das Zimmer, das sie mir zeigt, ist freundlich und hat jeweils ein Fenster an der linken Wand und gegenüber vom Bett auch noch eines. Wir kommen ins Gespräch und sie erzählt von dem alten Haus und dass sie aus der Nähe von London kommen und nachdem ihre Kinder erwachsen waren und sie neu geheiratet hat, sie hier aufs Land gezogen sind und dass sie nichts vermisst. Es ist sehr abgelegen und sehr ruhig hier und ihr Schlafzimmer ist gleich nebenan und das kleine Bad auf der anderen Seite. Wir sprechen über die Feuchtigkeit hier in der Nähe des Meeres und dass leider auch ihr Haus ein wenig betroffen wäre und ja tatsächlich, gleich neben dem Fenster die Wand sieht ziemlich mitgenommen aus. Schade, denke ich, doch so wohne ich ja gerade schon, mit sehr viel Feuchtigkeit und Schimmel und wir sind nicht mal einen Kilometer vom Meer entfernt.
Wir reden noch eine Weile und ich erkläre, dass ich abwarten müsste, wie sich das Telegraph Museum entscheidet und mich dann sofort bei ihr melden würde. Ihr Mann erklärt noch etwas von einer Anzahlung, sollten sie das Zimmer für mich bereithalten und sie sagt, das wäre nicht nötig und er möchte aber darauf bestehen. Und als ich mich bedanke und mich freundlich verabschiede und ins Auto steige, denke ich, ich müsste ihnen gleich am nächsten Tag schreiben, dass es mit dem Museumsjob nicht klappt, denn so wie die Räume dort aufgeteilt sind, ist es mir schlichtweg zu eng beieinander.

Ich fahre nach Porthcurno entschlossen, meine Sachen abzuholen und ins kleine Cottage bei Chris zu ziehen. Doch als ich hier ankomme, kommt Tiffany nach unten und strahlt mich an mit der Unschuld eines kleinen Mädchens und ist so bemüht, freundlich zu sein und fragt, ob ich einen guten Tag hatte und dass ich Glück hätte mit dem Wetter. Und ich lege die Sachen aus dem Kühlschrank zurück, als sie die Küche verlassen hat, weil ich mich ganz schrecklich fühle bei dem Gedanken, diese freundlichen Bemühungen abzulehnen. Ich sehe, dass sie alles geputzt hat und fahre mit hängenden Schultern und mich zwischen den Stühlen fühlend zu Chris. Leider treffe ich sie nicht an und so warte ich eine Weile , gehe ins Cottage, das sie doch für mich vorbereitet hat und wo Zoras Asche bereits am Nachttisch auf mich wartet.Ich fühle mich beschämt und warte im Auto auf Chris, die nach etwa 20 Minuten mit dem Auto von wo immer zurückkehrt. Wir sprechen eine Weile und sie erklärt, ich solle mir wegen ihnen keinen weiteren Gedanken machen, ich könnte jederzeit kommen und dort einziehen. Alles gar kein Problem und sie sagt, sie hätte den Ring nicht weiter bearbeitet, ob es mir etwas ausmachen würde, am Samstag wiederzukommen und sie ist so freundlich und wir verabschieden uns und verbleiben wie besprochen.

Als ich zurückkomme zum Bodellan Farmhouse – das ist das Haus, in dem ich wohne – ist niemand da, es liegt ein Zettel auf dem Tisch ‚David and Tiffany at the Minack‘ und ich mache mir etwas zu essen und dann kommt Sam und ich erzähle noch von der Begegnung mit Tiffany und dass ich eigentlich fahren wollte, aber dass sie so freundlich gewesen sei. Und Sam lacht, als ich ihr das erzähle, aber sie findet es gut, dass ich nicht weg bin und so geh ich ins Bett, denn es ist schon fast 22.30 h und ich bin so erschlagen von dem Tag und den Ereignissen, dass ich tief und fest einschlafe.

So sieht hier eine Möbellieferung aus in den engen Gassen

20140518-161857-58737220.jpg

Ein weiterer aufmerksamer Besucher des Norway Square

20140518-161854-58734930.jpg

Bob Devereaux
20140518-162246-58966150.jpg

St.Ives Arts Club
20140518-162246-58966787.jpgIves

Wartende Piratin vor dem Cafe
20140518-162247-58967398.jpg

4 Kommentare zu „15. Mai The Last Journey Silversmith and St. Ives“

  1. Guten Abend, liebe Patricia,
    danke für den lieben Gruß via Alex und deinen wunderschönen persönlichen „Reiseführer“ mit den tollen Fotos.
    Deinen blog zu lesen ist ein abendliches Ritual für mich und ich freue mich jedes Mal von Neuem darüber.
    Ich würde auch heute gern noch ein bisschen weiter ausschweifen, aber das ist hier zu öffentlich.
    So „nur“einen lieben Gruß von mir und gutes Gelingen bei der Arbeits-und Wohnungssuche

    1. Liebe Sopri 😉 nochmals danke und ich hab jetzt eine email an dich geschickt doch ich bin nicht sicher, ob sie angekommen ist -also an dieser stelle einen lieben gruss zurück und ich finde es weiterhin sehr schön, dass du dabei bist .

  2. Hallo liebe Patricia, das ist ja ein echter Abenteuerbericht.. und was für wunderbare Fotos Du machst, besonders die Küstenbilder: großartig-
    da packt mich das Fernweh.. .aber schön wiederkommen !!! ;))
    Liebe Grüße, Ulrike

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s