4.Mai The Last journey Tango Balham La Mariposa at Excelsior Night Club

Da war ja noch der Tangonachmittag ….. nach meinem wunderbaren Nachmittag in Norwood kam ich gegen 16.45h in Balham an und fand auch schließlich den unscheinbaren schmalen Eingang ins Excelsior, wo in der 1. Etage die Milonga (Name für die Tangoveranstaltung an sich, man geht statt in die Disco zu einer Milonga) stattfand.
Freundliche Menschen empfangen mich am Eingang und da ich unsicher bin, frage ich, ob es hier auch möglich ist, als Frau zu führen-in Berlin keine Frage, aber auswärts…..nicht immer gern gesehen.
Natürlich , das wäre überhaupt kein Problem, es gibt da einige Frauen, die sich gern von einer Frau führen lassen und Alan-der Veranstalter zusammen mit Ros- würde ein announcement machen, dass ich da wäre und führen kann. Woher ich denn käme und als ich erwidere aus Berlin, kommt von jeder Seite eine Geschichte, wie toll und so viele Milongas Berlin.
Überhaupt scheint die Tatsache allein, dass ich aus Berlin komme und dann noch aus Kreuzberg, auszureichen, um mir unbesehen Sympathien entgegenzubringen. So als käme ich aus New York.
Anyway- beim public announcement war ich gerade auf die Toilette geflüchtet, ich hörte die Leute ein Willkomen klatschen und das war sehr nett, aber um die öffentliche Vorstellung kam ich nur halb herum.
Ich tanzte also nach ein paar Minuten mit Lucy, die keine wirklich enge Umarmung wünschte und mir stets etwas davon lief, aber wir meisterten unsere Tanda (3 Tänze hintereinander) würdevoll und doch so, dass niemand davon lief, wenn ich fragte.
Aber eigentlich musste ich niemanden fragen, alle kamen zu mir.
Nach Lucy kam ein anderer Alan mit weißem Weihnachtsmannbart, sehr freundlich, vom Typ, er kümmert sich mal um die Neulinge und zeigt mal, wie das geht. Meine führenden Tango-Freundinnen wissen, was ich hier meine….
Auch das überstand ich prima, dann tanzte ich mit Azusanna aus der Nähe von Galizien, ganz wunderbar, keine Kontaktscheu und sie organisierte die nächste Tänzerin für mich. Dann schlich immer eine sehr schlicht wirkende Dame um mich herum, blond etwas über 50 und sehr sympathisch und fragte mich irgendwann auch nach einem Tanz. Das war ganz wunderbar, Marianna aus Paris it einer Stimme von mindestens einer Schachtel Gauloises täglich-herrlich!!- alle leben in London. Und irgendwann kam Dominique aus Lyon, etwas kleiner als ich und es stellte sich heraus, dass er gerade vor 2 Wochen in Berlin im Café Dominguez war, wo ich an dem Tag an der Bar ausgeholfen hatte und ich erinnerte mich gut an ihn, weil er mir gleich sympathisch war. Noch nicht so verdorben wie die guten Tänzer manchmal sein können.
Es war ganz wunderbar mit ihm zu tanzen-ehrlich. Ich bat ihn gleich um die nächste Tanda und er fand es wie er sagte auch sehr schön mit mir zu tanzen.
Also um es abzukürzen , habe ich eigentlich bis auf einige Minuten am Anfang praktisch nur getanzt und schließlich ging ich noch mit einigen von ihnen in den Pub etwas essen und es war ein wunderbarer Ausklang des Tages und Abends mit sehr angenehmen Menschen um mich herum und vielen angeregten Diskussionen um die unterschiedliche Art der verschiedenen Kulturen, mit dem Tango umzugehen. Ein toller Tag!
Und abends noch ein schöner Austausch mit meiner Gastgeberin, das ich nicht wegfahren mag…..aber Cornwall must be wonderful!

4.Mai The last Journey Norwod Feast und Tango at Balham

Gegen 13h erreiche ich diesmal auf Anraten meiner Gastgeberin doch mit dem Auto die Norwood Road Ecke Knight Hill und parke direkt neben dem West Norwood Cemetry gegenüber der Kirche.

Schöne Jazz-Piano-Klänge laden mich gleich ein, rüberzukommen und so eile ich über die Straße und die Stufen hoch und bin da. Und an dem Pianospieler vorbei – der gewöhnlich in einem Duett mit einem Cellisten spielt wie ich dem Hinweisschild neben ihm entnehmen kann – geh ich schnurstracks erstmal in die Kirche.

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Eine schlichte womöglich neogotische Innenarchitektur erwartet mich und eine Sofa Ecke direkt in die Gebetsreihen integriert lädt zum Verweilen ein. Links von mir befindet sich ein kleiner Stand mit Tee,Kaffee und Gebäck und auf mich sehr freundlich anmutenden Menschen. Ob das wohl noch eine echte Kirche istmit Gottesdienst oder eher einTreffpunkt ? Fields of Gold von der leider sehr jung verstorbenen Eva Cassidy interpretiert, erklingt aus den Lautsprechern, über die normalerweise sicher der Pfarrer oder die Pfarrerin zu hören sind und ich singe einfach mit ohne Angst, dass mich jemand hören könnte-natürlich nur an den Stellen, wo ich die Töne wirklich treffe. Es sollen sich ja alle weiterhin wohlfühlen.
Als ich dann direkt links von mir einen Tisch mit Flyern von Veranstaltungen der Kirche entdecke und folgendes Bild sehe, werde ich stutzig.

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Where is my home? steht da und ich fühle mich sehr angesprochen. Eine Ankündigung auf eine Veranstaltung am kommenden Samstag mit Musik, Gedichten und Lesung. Das klingt gut, aber da werde ich in Cornwall sein. Dennoch veranlasst mich diese Ankündigung noch länger in der Kirche zu verweilen. Ich mochte Kirchen schon als Kind sehr gerne, obwohl ich nicht religiös war, aber diese mächtigen kunstvollen Gebäude flößten mir stets Ehrfurcht ein und machten mir Geschichte erst wirklich bewusst. Eine Ahnung, wie viele Menschen in Ihnen schon Schutz und Geborgenheit gefunden haben mögen, entsteht dabei jedes Mal erneut.
Für mich sind solche kleinen Entdeckungen wie so ein Flyer wie kleine Hinweise, die mir das Leben, das Universum oder wie ich es nennen mag als Anregung vorschlägt.
Eine nette Dame bot mir noch eine Tasse Tee an und wir kamen kurz sehr freundlich ins Gespräch über die Kirche und dass sie eine weltoffenere Richtung einschlagen, wie das ja einige tun und ich muss sagen, es fühlte sich sehr nach echter Gemeinschaft an.
Wieder draußen angelangt war es ein ebenso freundlicher wie friedvoller Anblick: überall Stände mit Essen, vielen Menschen aber nicht zu viele saßen auf den Wiesen und lachten und aßen Leckereien, tranken Bier oder Kaffee und jeder schien sich rundum wohlzufühlen. Genauso fühlte es sich dort auch an und selbst ohne jemanden zu kennen, blieb ich bis zum Nachmittag dort schaute den Menschen zu und hörte auf die Musik.
Eigentlich war ich noch kurz auf einer Führung auf dem West Norwood Cemetry, einem Friedhof mit einigen Gräbern bekannter Persönlichkeiten Englands. Und obwohl ich diesem älteren very british man so unendlich gerne zuhörte, wie er jeden Satz in feinstem britischem Englisch und einem so schönen Klang in meinen Ohren formulierte, vernahm ich plötzlich die Klänge eines Chores von der St. Luke Church kommend , die mich nicht mehr losließen und nachdem er an einer Grabstelle seine Ausführungen beendet hatte und die Gruppe weiterlief, bog ich schnellen Schrittes Richtung Kirche ab und dachte so bei mir, was will ich bei den Toten, mein Hund ist grad gestorben und es dürstet mich nach Leben und Freude und weg war ich.
Es folgten noch andere Musiker und einer sang so schöne Lieder, die mich jedoch traurig machten. Das Thema Einsamkeit stieg wieder in mir auf und plötzlich war ich bei dem Gedanken an Zora, die doch so viele Kontakte für mich im Vorübergehen gemacht hatte, kurz vorm Weinen. Wie sollte ich denn in Zukunft Leute kennenlernen ohne sie? Sie war doch die von uns beiden, die so viel Aufmerksamkeit erregte, dass die Leute stehen blieben und sie fotografierten. Da konnte ich nicht mithalten. Natürlich war da auch ein Anteil in mir, der mir versicherte, dass ich das auch so schaffen würde , aber der war grad sehr leise.
Und so entschied ich, dass ich jetzt doch langsam mal zu meiner ausgewählten Tangoveranstaltung im Excelsior in Balham ausrücken sollte.

Als ich jedoch meine Sachen ins Auto getan hatte, wurde mein Blick noch von diesem Stand and er Straße neben der Kirche eingefangen und ich hatte plötzlich die Eingebung,ich müsste dort unbedingt noch hingehen.
Da war eine rothaarige Frau, die den Tisch gerade abräumte und meinen neugierigen Blick auffing und mir einen Flyer mit einem Theaterstück, das dort bald aufgeführt würde in die Hand drückte und ich bedankte mich und sie räumte weiter ab und da dort große Zettel am Tisch hingen mit der Aufschrift „Save the old Fire Station“ erinnerte ich mich, dass ich auf dem Weg unmittelbar vor Norwood an einer alten Feuerwehr vorbeigefahren war, an der Feuerwehrleute demonstrierten, da die Regierung diese Feuerwache schließen will. Und so fragte ich sie, ob denn die Initiative Aussicht auf Erfolg hätte. Und dann legte sie richtig los und erzählte und erzählte und nach einigen Minuten begriff ich, dass es sich um dieses alte Gebäude handelte, das war die alte Feuerwehrstation von 1883 oder so -http://southlondontheatre.co.uk/restoration/index.php?option=com_frontpage&Itemid=1-und es vergingen keine 5 Minuten, da gab sie mir eine kleine Privatführung durchs Theater und erzählte von den Restaurierungen, die geplant sind und dass sie 20% der Kosten selbst aufbringen müssten,aber das es gut aussieht und wenn ich wollte, könnte ich mir gern mit ihr noch die Proben zum neuen Stück ansehen. Ich musste das leider sehr höflich ablehnen,weil ich zum Tango wollte.Wir plauderten aber noch eine Weile und ich erzählte aus dem Gespräch heraus von meinen Reiseplänen und von Zora und dass ich gern eine Weile länger in England bliebe und so sprach sie mir noch einige Empfehlungen aus und bot mir sogar noch an, in ihrem Cottage in Cornwall zu bleiben, wenn ich möchte. Sicher nicht umsonst, aber eine sehr freundliche Geste, so gab sie mir ihre Telefonnummer und ihre Email und meinte, ich solle mich einfach melden, falls ich ins Theater möchte, würde sie mir eine Karte besorgen. Sie hieß Lisa und war wirklich freundlich. Das zum Thema wie ich ohne Zora bloß jemanden kennenlernen soll. Fehlte nur noch das Fotografieren. Vielleicht,wenn ich mir auch ein Schlappohr zulege….;-)

post scriptum: auch wenn ich mich zum Schluss wieder einsam fühlte, hab ich dennoch an diesem Ort so viele freundliche Menschen getroffen. Solche, die mir ein ehrliches warmes Lächeln von Herzen schenkten und das tat so gut. Überhaupt verglichen zu meiner Touristentour am Vortag habe ich dort erstaunlich schöne Menschen dort gesehen. Menschen, die zufrieden wirkten, ausgeglichen, die ein Gefühl des Miteinander verströmten. Das hat mich sehr beeindruckt. So sehr, dass ich ernsthaft in Erwägung ziehe, eine Weile dort zu bleiben. Nun,manche kennen meine Luftschlösser, aber ein Zimmer mieten ohne Hund ist sicher nicht so schwer und nicht so teuer in diesem Bezirk, der ein wenig dem alten SO 36 in Berlin ähnelt.

4.Mai The last Journey Aufwachen in London

Wie ist das mit dem Aufwachen am Morgen?Ist es ein Traum, aus dem man erwacht?Ist die Blase einfach voll?Ist der Körper ausgeruht?Das sehe ich also gerade morgens nach dem Aufwachen und natürlich gibts auch heute wieder diese Aneinanderreihung von Sorgen, Ängsten und Gedanken, Werde ich das alles schaffen?Fühle mich unsicher und allein und fast hilflos. Ein oder einige Anteile in mir haben offenbar Ängste, die mir tagsüber irgendwie verborgen bleiben und ich frage mich, wie ich sie beruhige, damit ich endlich mal etwas länger schlafen kann. und mich ausgeruhter fühle.

Auch das sehe ich morgens und es beruhigt mich weiterhin irgendwie. Und ich vermisse Zoras feuchte Nase und ihr sagenhaft flauschiges Fell, in das ich gleich morgens immer meine Nase gesteckt hab.
Man kann das Foto gegen das Licht schlecht erkennen, doch Ihr kennt es schon von vor einigen Tagen. Ich hab ein Iphone und immer wenn ich eine SMS verschicke, hab ich so ein smiley und ein paar Hundepfoten mitgepostet. Gestern fiel mir auf, dass ich ja nun eigentlich keine Pfoten mehr posten kann,weil ich ja jetzt eigentlich die Frau mit ohne Hund bin. Aber Gabi meinte dann, wir machen das weiter so, dann denken wir immer an sie und so mach ich es jetzt…..🐾🐾🐾🐾🐾

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Heute steht der Norwood Feast -eine Art Kunsthandwerk- oder Nachbarschaftsmarkt auf dem Programm
http://westnorwoodfeast.com – hier findet Ihr ein kleines Video, was dort so los ist. Das fühlt sich warm und gut an vom Intro.
Heute Abend weiss ich mehr…

3.Mai the last journey LONDON Down and Up

Kein einfacher Morgen. Nach nur 6 Stunden um 6.50h wieder wach und wieder die gleichen quälenden Fragen wie gestern:Hätte ich etwas anders, etwas besser machen können?Wäre Zora dann noch da?
Unzählige andere unnütze Fragen und Zweifel gesellten sich dazu, bis ich nach einer guten halben Stunde entscheide, mich doch noch einmal in den Schlaf zu drehen.Um 10h schaue ich wieder auf die Uhr und bin erleichtert und stehe auf. Schließlich will ich doch endlich in die City.My Host Tricia fragt, ob ich denn gleich mit zum Swimming Pool käme-damit meinen sie hier das städtische Schwimmbad. Ich zögere einen Moment und entscheide mich dann doch für ein ruhiges Frühstück im Garten in der Sonne.Und zwar in sehr netter Gesellschaft….

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Kurzentschlossen fahre ich mit der National Railway nach London Bridge und steige dort in die U Bahn nach Camden Town, denn dort war ich das letzte Mal 1988 und kaufte mir damals ein Lederbustier zum Schnüren, dessen Schnüre am Abend in einer Londoner Disco eine Irin beim Tanzen mit einem Griff löste, was sie sehr lustig fand….aber es war viel harmloser als das jetzt klingt.
Camden High Street is totally overcrowded. Wenn ich an vollen Tagen in der Bergmannstrasse in Kreuzberg schon beinahe Beklemmungen spüre: hier ist es dreimal so voll.
Im Grunde stelle ich fest, dass ich als jahrzehntelange Kreuzbergerin kaum noch zu beeindrucken bin. Ich laufe an den Läden vorbei und lasse den Plunder links und rechts von mir liegen. Die Menschen sind es, die mich hier interessieren. Sie kommen von überall, aber nur wenige Gesichter sind wirklich interessant und gerade diese entziehen sich meiner Kamera mit einer katzenhaften Geschwindigkeit, so dass ich als dann doch ungeübte Hobbyfotografin wenig Chancen habe.
Ich hab das jetzt zwar so schnell runtergeschrieben mit der UBahn und so, aber das sind für mich jedesmal Mutproben: Die mich näher kennen, wissen um meine klaustrophobischen Anfälle und umso mehr habe ich nochmals Grund zum Feiern, dass ich auch diese Hürde fast(! es gab nur einen klitzekleinen Moment wo ich drohte schwach zu werden, als der Zug nach Camden Town plötzlich stockte und fast anhielt und dann sehr schleichend in den Zielbahnhof einlief, aber es war vergleichweise nur ein klitzekleiner Moment, und wieder geschafft!!Juhuuu!!)
Hier einige Impressionen der UBahn

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Nach genügend Eindrücken ziehe ich mich zurück und flüchte mit dem nächsten Bus erst zur Viktoria Station und dann zum Leicester Square und finde mich plötzlich wieder in Menschenmengen in Chinatown wieder. Kameras und Handys werden überall in den Händen gehalten,die Menschen positionieren sich , sie posieren. Und inmitten all diesen Trubels schleichen sich die traurigen Empfindungen wieder ein. Dieses Gefühl, dass da niemand mehr auf mich wartet, wenn ich nach Hause komme, durchdringt mich immer mehr und plötzlich nehme ich nur noch zusammenhängende Menschengruppen wahr, Paare, Familien….nicht, dass ich nicht auch schon mit Zora nicht mal solche „Lost“ Gefühle gehabt hätte, aber natürlich haben diese Anteile jetzt eine ganz andere Qualität. Ich unterdrücke den Impuls zu weinen und gehe weiter und bleibe wieder stehen vor einem Laden, der mit chinesischer Medizin, Massage und Akupunktur wirbt. Auf dem Aushang steht, dass Frau Prof.Ling Gong 40 Jahre Erfahrung in traditionell chinesischer Medizin verspricht und bei fast allem helfen kann, auch bei menopausalen Beschwerden, bei Schmerzen, Stress und emotionalen Problemen und Schlaflosigkeit. Einen Moment schleiche ich um das Geschäft herum und fühle mich von der bereits erlebten Möglichkeit der Schmerzlinderung in meinem Herzen durch eine Akupunktur magisch angezogen…schließlich nehm ich die Kamera in die Hand, verstecke mich und meine Gefühle dahinter und laufe weiter auf Motivschau und bin doch aber auf einer ganz anderen Suche.

Ich steige in einen Bus, der mich am Piccadilly Circus vorbei auf den Trafalgar Square blicken lässt und am Hyde Park vorbei rauscht, wo es endlich etwas menschenleerer wird und mein ganzer Körper sich entspannen kann.Irgendwann an der Themse steige ich aus und lauf zu Fuß weiter bis zur South Bank. Dort steht das größte Riesenrad Europas zur Freude der Touristen und verschandelt die architektonische Landschaft und liegt etwa schräg gegenüber von Big Ben. Eine Art Party-Kultur-Meile, wieder unzählige Menschen, die alle irgendwie mit irgendwelchen anderen zusammenzugehören scheinen und wieder flüchte ich erst mitten rein ins Gewühl und dann irgendwie wieder raus aus dem Getümmel und schließlich lande ich auf meinem Weg in die Tate Modern, wo ich eigentlich hinwollte in einem alternativen Theater á la HAU II am Ufer und leider hat das Stück, dessen Plakat ich draussen entdeckt hatte, schon 20 Minuten vorher begonnen. Es ist ein Stück über Syrien, das Plakat und der Titel berühren mich tief -warum denn bloß? 😉 –

„Oh,my sweet land“ steht darauf.

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und schließlich lande ich in einem Pub und esse einen VeggieBurger, nachdem man bei dreimal Byrons Schlange steht, um einen Platz zu bekommen und fahre dann gegen 21.30h langsam aber sicher zurück zu meiner Unterkunft. Und freu mich, das Bild von Zora an der Urne stehen zu sehen und mein Herz geht wieder etwas auf, so als sei sie einfach noch da.

Calias-Dover-London

Kennt Ihr noch Fred Feuerstein, wenn er YappaDappaDuh rief? So in etwa ging es mir heute auf der Fähre. Einfach nur große Freude und eine sehr entspannte Überfahrt. Die erwartete Angst blieb einfach aus -Juhuu!!! Angstfreies Reisen ist jetzt auch möglich!!!! Für manche mag das albern klingen, aber für die, die mich besser kennen sicher ein nachvollziehbarer Grund zum Feiern.
Ich bin so sehr stolz auf mich, dass ich die Reise trotzdem mache. Vielleicht ist das auch einfach bitter nötig, um mir zu beweisen, dass ich es kann, dass es weiter geht.
Wie oft habe ich gedacht, wenn Zora geht, geh ich gleich hinterher.
Für manchen Nicht-Tierbesitzer sicher absurd – doch Zora war ja einfach überall dabei. Wie oft hat sie die Herzen der Menschen geöffnet, die sie sahen? Die Fahrt nach Calais an Oostende und Brügge vorbei und der Blick auf die schönen saftigen Wiesen Belgiens trieb mir immer wieder die Tränen in die Augen, denn vor fast genau einem Jahr war ich mit Zora in Oostende im Urlaub. Ich hab mich heute auf der Fahrt nach Calais dabei ertappt, wie meine Hand nach hinten zur Rückbank wandert, wo Zora immer saß oder lag und ich sie entweder streichelte und sie ihren Kopf in meine Hand legte oder meine Hand ableckte – nicht nur wenn ich ihr von meinem guten Ziegenkäsebrot ein Stück abriss.
Es ist immer wieder wie eine Trennung von einem geliebten Menschen, einer innigen Liebesbeziehung, die zu Ende gegangen ist – nur hier absolut ohne Chance eines in diesem Fall ersehnten Wiedersehens.

Vorhin lief ich noch durch meine Weekend Umgebung in Greater London. Ich wohne hier in Plumstead , einem Arbeiterviertel. Ich bin nun schon fast 33 Jahre Kreuzbergerin und vor allem Berlinerin , aber hier hatte ich heute zum ersten Mal ein wenig Angst. Dabei wurde mir natürlich auch wieder klar, dass mir Zoras beeindruckendes Auftreten an meiner Seite sehr fehlt und so hatte ich plötzlich wieder das Bedürfnis, schnell in meine Unterkunft zurück zu eilen,um bei ihr zu sein-aber sie ist ja gar nicht da:weder zum Anfassen noch zumB eschützen. Meine Kamera half mir, diesen Moment zu überwinden und so fotografierte ich, denn die Leute, die hier leben, haben so eine Ausstrahlung von unglaublicher Würde.
Ich musste Zora jetzt auch wieder aus dem Auto holen – es fühlt sich einfach stimmiger an, wenn sie hier bei mir ist-in ihrer Urne.

Und bei all der immer wieder durchwachsenden Trauer ist da auch dieses starke Gefühl, dass das Leben noch andere Überraschungen und Wege für mich bereithält und dass ich einfach nur losgehen muss und dann werde ich schon sehen, wohin es mich führt….
In diesem Sinne hier noch einige Eindrücke vom heutigen Tage:

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2.Mai the Last Journey noch Gent kurz vor Calais

Am Morgen ist es am schlimmsten.Jeder Tag beginnt mit diesem flauen Gefühl und der stetigen Selbstversicherung, dass sie nicht greifbar da ist, mich nicht gleich diese schönen braunen Augen ansehen werden und kein Seufzen oder ein freudiges Hmpf mein Ohr erreichen wird. Ich öffne die Terrassentür und sehe sie freudig rauslaufen, schnuppern und pieseln. Es ist so unfassbar, dass jetzt jeder Tag ohne sie sein wird.
Ute hat geschrieben,die viele Anteilnahme tut mir gut.

Die Fähre steht mir bevor-auweia. Das letzte Mal vor über 20 Jahren mit Gabi in meinem roten Fiat Panda. Unmittelbar auf dem Fährplatz steig ich aus dem Auto aus und sage, sie möchte allein übersetzen, ich hätte zuviel Angst. Es war damals noch eins von diesen beeindruckenden Luftkissenbooten, eine Hoverspeed, deren Verkehr leider eingestellt wurde. Und es waren ja „nur“ 30 Minuten mit einer Selter in der einen und Gabis Hand in meiner anderen. Das der Körper und der Geist den unangenehmen Teil der Aufgeregtheit speichern, finde ich gerade lästig. Aber das letzte Mal hab ich es ja auch geschafft und London soll doch einige nette Milongas bieten…also los gehts.

Noch kurz am Rande: die WLAN Verbindung ist etwas knauserig hier, also muss ich sehr häufig zum erneuten Verbinden in den Flur des Hotels gehen. Das sieht dann etwa so aus wie oben…

1.Mai 2014 the last journey – GENT

Heute morgen fast pünktliche Abfahrt (7.30 statt geplant 7.00h, mein Zeitmanangement möchte ich gern verbessern,aber so früh am Morgen nach diesen anstrengenden Tagen…..)Mehringdamm Richtung Antwerpen und Gent. Habe zwei sehr nette verständnisvolle Mitfahrer: Jens aus Antwerpen und Stefanie aus Neuwied/Bogota – beide Mitte 20. Sympathisch, mutig,-machen das, was Ihnen Spaß macht scheinbar ohne Existenzängste. Warum habe ich immer welche und wozu, frage ich mich laut. Er ist Philosoph, sie angehende Tänzerin – ein junges Paar aus einer WG in Neukölln.
Die Gespräche sind sympathisch, erfrischend – endlich mal wieder jemand, der Elias Canettis „Das Gewissen der Worte“ kennt. Oops – aber dann gleich auch noch seine Autobiografie…“von der geräderten Zunge“..wir erfreuen uns beide an der Wortschöpfung, wobei ich inhaltlich sofort passen muss. Er erinnert mich an Stefan Neumann, meinen ersten „Freund“, ein vergleichender Literaturwissenschaftler, der mich mit Zitaten aus einer Bücherwand total beeindrucken konnte.
Irgendwann fragt Stefanie, wo ist eigentlich Dein Hund? Und deutet auf meine Stapel hinter dem Fahrersitz. Jens und ich sind uns nicht sicher , ob sie es richtig verstanden hat.
„Na, in dem Karton ist eine rote Holz-Urne, da ist sie drin“ und zeige ihr ein Foto von Zora. Sie staunt und ist beeindruckt von Zoras intensivem Blick. Ich erzähle die eine oder andere Anekdote von ihr, wie gut sie auf meine Kommandos hörte und auf Bestellung ‚Pipi‘ machen konnte. Ich kannte sie , seit sie 5 Tage auf der Welt war…
Nach fast 8 Std Fahrt erreichen wir Antwerpen und die beiden steigen an einer Bushaltestelle aus. Vorbei die schöne Ablenkung. Und meine Gedanken holen mich wieder ein. Hab ich vielleicht doch Schuld an Zoras Tod? Hätte ich früher zum Tierarzt gehen sollen?
Tränenströme überfluten mich – passend zum ebenfalls plötzlich einsetzenden Platzregen – meine Freundinnen beruhigen mich telefonisch. Ich kann mich wieder fangen und erreiche mein schickes kleines Hotel in Gent….Hier ein paar Eindrücke

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